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Die Grenzen der Polregionen

Doch was konkret sind die Polregionen? Wodurch werden sie begrenzt? Ein Erdpol ist per Definition der Endpunkt einer Rotationsachse des Planeten. Doch bekannt sind z.Zt. 7 verschiedene Pole: Geographischer Pol, Rotationspol, Himmelspol, Magnetische Pol, Erdmagnetische Pol, Pol der Unzulänglichkeit und der Kältepol (kein Pol im technischen Sinn). Je nach Gebrauch und Wissenschaft wird einfach der entsprechende Pol benutzt. Für die Polarregionen selbst, d.h. Antarktis und Arktis, existieren auch verschiedene Definitionen. Da wären die Polarkreise: Dies sind die polentferntesten Breitengrade, an denen die Sonne an wenigstens einem Tag bei Sommersonnenwende nicht unter den Horizont sinkt, bzw. bei Wintersonnenwende nicht darüber steigt. Im Fall des südlichen Polarkreises liegt dieser Bereich zur Zeit auf 66° 33‘ südlicher Breite. Diese Kreise sind jedoch Schwankungen unterworfen, den sogenannten Milankovic-Zyklen, die sich alle 100‘000, 41‘000 und 23‘000 Jahren wiederholen. Diese Zyklen ergeben sich kurz gesagt aus der taumelnden Bahn der Erde und der Erdachse. Daher bewegen sich die Polarkreise hoch und nieder. Zurzeit befindet sich die Erde kurz vor einem Wendepunkt in einem 41‘000-Jahre-Zyklus und die Kreise bewegen sich gegen die Pole.

Eine weitere Möglichkeit der Einteilung ist die juristisch-rechtliche, die sämtliche Bereiche unter- bzw. oberhalb des 60. Breitengrades als Polarregion bezeichnet.

Eine dritte Möglichkeit der Grenzziehung in der südlichen Hemisphäre bietet die antarktische Konvergenzllinie. Reisende in die Antarktis überqueren, je nach Reiseroute, an verschiedenen Stellen die sogenannte antarktische Konvergenzlinie. Man merkt es daran, dass sowohl Luft- wie auch Wassertemperatur markant fallen. Diese Konvergenzlinie, die zwischen dem 49. und 55. Breitengrad liegt, entsteht, indem kaltes, salzärmeres antarktisches Oberflächenwasser auf das wärmere, salzhaltigere Wasser des Atlantik, bzw. Indopazifik trifft und dabei unter dieses absinkt. Innerhalb dieser Zone ist das Wasser kalt und nährstoffreich, ideale Bedingungen für das Wachstum von pflanzlichem Plankton, die Basis für das marine Nahrungsnetz. Die zirkumantarktischen Wassermassen innerhalb der Konvergenzlinie bestehen aus 3 Schichten. Die mittlere Schicht, eine wärmere, salzhaltigere Tiefenströmung aus den gemässigten Breiten, steigt als sogenannte Upwelling am Kontinentalsockel der Antarktis hoch. Dort kühlt das Wasser ab und fliesst zum einen wieder in Richtung Norden als Oberflächenströmung zur Konvergenzlinie, zum anderen strömt es in Richtung antarktische Küste und friert dort zu Packeis. Dabei wird Salz ausgeschieden, das unter dem Packeis liegende Wasser wird dadurch schwerer und sinkt wieder ab, bis es auf Tiefenwasser mit derselben Dichte trifft. Dabei verdrängt es Wasser nach oben und fliesst danach als Bodenströmung nach Norden als Teil der globalen Meeresströmungen. Das aus der Tiefe verdrängte Wasser bringt wiederum Nährstoffe empor. Dieser Zyklus, thermohaline Konvektion genannt, ist der Motor der globalen Meeresströmungen, die miteinander zusammenhängen. Daher kann man sagen, dass lokale Klimaveränderungen durchaus globale Auswirkungen haben können

Die Strömungsmechanismen der Konvergenzlinie
Antarctic Bottom Water = antarktisches Grundwasser; Circumpolar Deep Water = Zirkumpolares Tiefenwasser; Sub-Antarctic Surface Water = Subantarktisches Oberflächenwasser aus dem Atlantik; Antarctic Surface Water = Antarktische Oberflächenwasser (Original: www.eng.warwick.ac.uk/staff/gpk/Teaching-undergrad/es427/rice.glacier.edu-oceans)

2012 by Michael Wenger