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Die Biologie der Adélies ist geprägt von der aquatischen und der terrestrischen Lebensweise. Sie verbringen die Winterzeit (ab ca. April – Oktober) auf See, beziehungsweise am Packeisrand, wo sie genügend Nahrung finden. In Gruppen findet man sie auf Eisschollen und –bergen, von wo aus sie auf die Jagd gehen. Was sie fressen, ist saisonal und geographisch unterschiedlich und besteht aus Krill, kleinen Fischen und hin und wieder aus Kalmaren (Psychroteuthis glacialis). Zur Jagd müssen die Tiere nicht tief tauchen (ca. 10 – 40 Meter) und haben daher keine besonderen Anpassungen wie die Kaiserpinguine. Sie können aber über 100 Meter tief gehen, wenn es die Nahrungssuche erfordert. Der Rekord steht bei 170 Meter.

Wie gesagt, verbringen Adélies den Winter weit im Norden (bis zu 650 Kilometer) des Kontinents entfernt, wobei die Juvenilen, also die einjährigen Tiere, teilweise noch weiter nördlich ziehen als die Erwachsenen, jedoch nie über die Konvergenzlinie hinaus. Pro Jahr legen Adéliepinguine zwischen 13‘000 und 17‘000 Kilometer zurück. Wenn das Eis sich langsam zurückzieht, kommen die ältesten und erfahrensten Tiere zuerst zu den Nistplätzen zurück und sichern sich so die besten Plätze in den Kolonien. Diese Kolonien bestehen im Normalfall aus einigen zehntausend Tieren, kann aber in seltenen Fällen bis zu einer Million gehen. Die grössten Kolonien finden sich im Rossmeer-Gebiet bei Kap Adare und Kap Crozier. Aber insgesamt sind die Tiere rund um den gesamten Kontinent zu finden, plus auf den Südshetland- und auf den Südorkney-Inseln.

Adélies sind sehr gesellige Tiere und kommen normalerweise in Gruppen vor. Auch wenn sie auf Nahrungssuche gehen, sind sie in Gruppen unterwegs. Dabei sammeln sie sich oft an der Kante zum Wasser und kommunizieren mit den bereits im Wasser schwimmenden Tieren. Dies dient wohl als Schutz vor Fressfeinden, die unter den Eisschollen oder hinter Felsen lauern könnten. Zu diesen gehören vor allem Seeleoparden und Schwertwale. Auch das an Land gehen wird von Adélies sehr vorsichtig gemacht, um möglichen Angreifern aus dem Weg zu gehen. Die Tiere schwimmen zuerst bis auf 20 Meter an die Kante, schauen sich um, und schwimmen dann mit hoher Geschwindigkeit heran und schiesst bis zu 2 Meter aus dem Wasser. Dabei springen sie mit den mit Krallen bewehrten Füssen voran, um sich auf dem Eis festzuhalten. Die maximale Geschwindigkeit, die Adélies insgesamt erreichen können, beträgt 72 km/h. Jedoch schwimmen sie meist um

Während der Brutzeit stehen die Tiere, besonders die Männchen unter Druck, genügend Nahrung zu finden, so dass sie sowohl ihren eigene Energiebedarf wie auch denjenigen der Jungen decken können. Gerade die erste Zeit an Land fordert von den Männchen alles ab: Nestbau, Verteidigung des Reviers, Balz und Paarung und dann die erste Brutschicht für zwei Wochen. All dies kann bis zu 50 Tage dauern, in denen die männlichen Tiere nichts gefressen haben. Da zu diesem Zeitpunkt auch noch Packeis vorhanden ist, müssen Adélies bis zu 250 Kilometer für die Nahrungssuche zurücklegen, je nach Lage der Kolonie und Zustand des Pinguins. Diese Distanz nimmt im Laufe der Zeit ab, beträgt aber immer noch zwischen 5 und 120 Kilometer während der Aufzuchtphase. Dies hängt auch mit der Nahrungsverfügbarkeit zusammen, die im Sommer natürlich grösser und häufiger ist und vor allem aus Krill besteht. Die Tiere gehen auch nicht planlos auf Nahrungssuche, sondern folgen den ozeangraphischen Bedingungen, um zu den besten Nahrungsplätzen zu gelangen.

Noch vor Beginn der Mauser, am Ende der Aufzuchtphase, gehen die Tiere auf Eisschollen und –berge, wo der Krill zu finden ist, und fressen dort noch einmal kräftig, bevor die Mauser beginnt. Je nachdem, wie gross die Entfernung zur Kolonie ist, kehren die Erwachsenen zur Kolonie zurück für die Mauser, meist bleiben sie aber auf dem Eis. Diese dauert normalerweise 20 – 22 Tage und just in dieser Zeit haben die Tiere ihr maximales Gewicht erreicht, um genügend Energie zur Aufrechterhaltung der Körperwärme zu haben.

2012 by Michael Wenger