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Erscheinungsbild und Körperbau
Wie alle Pinguine, ist auch der Adéliepinguin an seinen Hauptlebensraum, den Ozean, perfekt angepasst. Die Färbung der Vögel ist typisch schwarz-weiss und stellt einerseits eine klassische Tarnfärbung dar, wenn sie sich im Wasser befinden. Der dunkle Rücken lässt die Tiere mit dem dunklen Untergrund, wenn man von oben auf die Wasseroberfläche blickt, verschmelzen. Dasselbe gilt für den praktisch weissen Brust/Bauch, der die Pinguine mit der hellen Wasseroberfläche (von unten her blickend) verschmelzen lässt. An Land besitzt der Kontrast von Schwarz und Weiss einen drohenden Charakter und dient so auch der Kommunikation untereinander. Damit sollen etwaige Grenzstreitigkeiten zwischen den Individuen innerhalb einer Kolonie schon im Vorfeld etwas gemildert werden, da diese Färbung bereits eine unmissverständliche Drohung darstellt. Zusätzlich zu der Körperfärbung besitzen Adéliepinguine noch einen weissen Hautring um die Augen, der das Weiss in den Augen verstärkt und so die Augen grösser erscheinen lassen soll. Der Schnabel ist normal lang, scheint aber kurz durch die schwarzen Federn, die bis fast zur Mitte reichen und weist noch einen orangen Fleck auf, der einzige Farbtupfer bei dieser Pinguinart. Die wahrscheinlichste Erklärung für den gefiederten Schnabel ist die Isolation des Schnabelansatzes zur Eindämmung von Wärmeverlust. Warum aber nur bei Adéliepinguinen der Schnabel mit Federn versetzt ist, konnte bis anhin nicht endgültig eruiert werden. Der Kehlbereich ist bei erwachsenen Adéliepinguinen schwarz und bei Jungpinguinen noch weiss, ein unverkennbares Merkmal um die jugendlichen Tiere von den Adulten zu unterscheiden.

Flügel
Die Flügel von Adéliepinguinen sind, wie bei allen Pinguinen, abgewandelt für den Antrieb unter Wasser: Schmal und lang für langes Schwimmen. Der Flügel ist zweifarbig, oben schwarz, unten weiss und häufig mit einem dunklen Fleck an der Spitze.

Brust & Bauch
Der Brustbereich ist, wie bei allen Pinguinen, ausgesprochen muskulös, um den Tieren ein schnelles und ausdauerndes Schwimmen zu ermöglichen. Der Rippenkäfig beinhaltet die grossen Lungen und alle anderen Organe und schützt sie, zusammen mit der massiven Brustmuskulatur vor Schäden, der durch den Aufprall auf Eis oder Stein beim Hinausspringen aus dem Wasser entstehen kann. Die Tiere können mit bis zu 30 km/h aus dem Wasser schnellen, wenn sie an Land müssen und dabei auf höher gelegene Bereiche springen müssen. Dazu tauchen sie zuerst rund 20 Meter vorher auf, klären die Lage, tauchen wieder ab und beschleunigen dann von unten her, um bis zu 2 Meter und mehr aus dem Wasser zu springen. Beim Landen krallen sie sich mit ihren langen Nägeln am Boden fest und lassen sich nach vorne fallen, um dann gleich loszulaufen.

Beine & Füsse
Die Beine sind, wie bei allen Pinguinarten, sehr kurz und haben der Gruppe (Adélies, Zügel- und Eselspinguine) den Namen gegeben, Pygoscelis. Dieser Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Rumpfbeine“. Dies geht auf die Gelenkform der Beine zurück, welche bei allen Pinguinarten typisch ist. Der Oberschenkel sitzt dabei unsichtbar am Körper und das Knie und das Schienbein die sichtbaren Teile des Beines sind, mit denen die Tiere ihren aufrechten, watschelnden Gang ausüben. Sie gehen auf ihren Zehenknochen, die Fussknochen sind reduziert und mit den Fussgelenkknochen fusioniert und nach oben gewandert. Die Haut an den Füssen ist rot und relativ stark durchblutet um auch die Körpertemperatur zu regulieren. Dabei werden die Arterien bei Bedarf zusammengezogen, so dass warmes Blut nicht mehr in die Füsse gelangt und wertvolle Körperwärme versehentlich verloren gehen würde. Dies geschieht mit Hilfe von neuronalen und hormonellen Signalen, die im Hypothalamus im Gehirn gesteuert werden.

Bürzel (Schwanzbereich)
Der Schwanz (Bürzel) ist gross und besteht aus dichten, starken Federn. Adéliepinguine können diese entweder im Wasser aufstellen oder sich an Land darauf abstützen. Der Schwanzknochen selbst ist eine Verlängerung des Rückgrats und besteht aus miteinander verschmolzenen Wirbelknochen (Pygostyl). Der Pygostyl ist verlängert und dreieckig, um so das Abstützen mit Hilfe der Federn zu gewährleisten.

2012 by Michael Wenger