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Eselspinguine rings um die Antarktis verbreitet, sowohl nördlich wie auch südlich der Konvergenzlinie. Man unterscheidet heutzutage zwei Unterarten von Eselspinguinen, Nördlicher Eselspinguin (Pygoscelis papua papua) und Südlicher Eselspinguin (Pygoscelis papua ellsworthii). Die letzteren sind etwas kleiner und weisen eine etwas andere Biologie, angepasst an den Lebensraum, auf. Ihre Hauptverbreitungsinseln sind die Falklands, Südgeorgien und Kerguelen, die zusammen etwa 70 Prozent der gesamten Population ausmachen. Die restlichen 30 Prozent verteilen sich auf die restlichen subantarktischen Inseln (17%) und auf die antarktische Halbinsel (etwa 13%). Insgesamt gibt es wohl rund 630‘000 Tiere weltweit. Einige der Kolonien haben in den letzten Jahren dramatisch abgenommen (z. Bsp. Bird Island um 2/3 in 25 Jahren, Kerguelen um 30% in 15 Jahren), während in anderen Gebieten weiter südlich die Kolonien zunehmen. Die Gründe für diesen Wechsel sind noch nicht genau eruiert, werden aber dem Klimawandel und dem veränderten Nahrungsangebot zugeschrieben.

Ihre Nahrung ist geografisch und zeitlich unterschiedlich. Die nördliche Unterart bevorzugt vor allem Fisch und Krebse, während die südliche Unterart vor allem Krill und kleine Tintenfische bevorzugen. Ausserdem ist die Nahrung vor der Brutsaison abwechslungsreicher als während der Brutsaison. Wahrscheinlich hängt dies mit der Zeit zusammen, die Eselspinguine für die Nahrungssuche aufwenden dürfen und mit der Nahrungsverfügbarkeit. Grössere Abwechslung bedeutet mehr Zeitaufwand für die Futtersuche. Obwohl Eselspinguine tief tauchen können (bis 170 Meter), ist ihr Tauchmuster mehr auf kurze und flache Tauchgänge ausgelegt (2 – 3 Minuten, bis 20 Meter). Sie sind sehr wendige und schnelle Schwimmer, die unter Wasser bis zu 36 km/h erreichen können, schneller als andere Pinguine.

Obwohl Eselspinguine ausgezeichnete Schwimmer sind, machen sie keine riesigen Wanderungen, sondern bleiben auch ausserhalb der Fortpflanzungszeit mehr oder weniger in der Region der Kolonien. Die südlichen Vertreter meiden die Packeisgrenze und ziehen nach der Mauser nach Norden. Die Mauser selbst ist eine Energie-aufwendige Zeit, in welche die Pinguine mit einem Maximum an Fett gehen. Im Januar, wenn die Jungen flügge geworden sind, beginnen die Erwachsenen mit ausgedehnten Jagdausflügen, um genügend Reserven zuzulegen. Dieses Stadium dauert etwa 55 Tage und die Tiere erhöhen ihr Gewicht auf über 8 Kilogramm. Im März fängt dann die Mauser an, die rund 25 Tage dauert und währenddessen die Tiere nicht mehr ins Wasser können. Wie bereits gesagt ist diese Zeit sehr Energie-aufwendig und die Pinguine verlieren pro Tag durchschnittlich 200 Gramm an Gewicht. Haben sie diese Zeit überstanden, zieht die gesamte Kolonie ins Wasser um wieder zu fressen. Trotzdem sterben die meisten Tiere in dieser Zeit an Schwäche oder verhungern, bzw. werden Beute von Raubvögeln wie Raubmöwen oder Riesensturmvögel. Insgesamt ist aber die Überlebenschance sehr gut für erwachsene Tiere und liegt bei über 80 Prozent. Eselspinguine können bis zu 13 Jahre alt werden.

Eselspinguine habe ein ausgezeichnetes Sehvermögen unter Wasser und können Farben wie blau, grün und violett wahrnehmen. An Land jedoch ist ihre Sicht eingeschränkt, ähnlich wie bei uns unter Wasser. Die Kommunikation untereinander geschieht vor allem über die Stimme, nur der Schnabelfleck scheint ein visuelles Kommunikationsmittel zu sein. Eselspinguine habe ein grosses Repertoire an verschiedenen Lauten für jegliche Gelegenheit. Dazu gehören, Begrüssung, Rufe an die Jungen, Warnungen vor Räubern im Wasser (Seeleoparden, Weddellrobben, Orcas) und an Land (Raubmöwen, Riesensturmvögel) und andere Eselspinguine. Untereinander sind sie sehr aggressiv, tolerant aber mit anderen Pinguinarten in ihrer Kolonie.



2012 by Michael Wenger