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Die Fortpflanzungsstrategien zwischen den beiden Unterarten von Eselspinguinen unterscheidet sich sowohl im Start der Brutsaison, in der Nahrungsbeschaffung, in der Aufzuchtszeit, dem Wachstum der Küken und dem gesamten Bruterfolg der Paare. Es bestehen jedoch keine bisher bekannten Unterschiede im Paarungsverhalten, im Nestbau oder im Aufzuchtsverhalten.

Die Brutsaison startet auf den Falklandinseln gegen Ende des Winters / Beginn des Frühjahrs (August/September), während auf den subantarktischen Inseln erst ab Oktober und auf der antarktischen Halbinsel sogar erst im November mit dem Brutgeschäft begonnen wird. Die Tiere sind monogam und kommen jedes Jahr wieder zusammen, aber meist nicht beim gleichen Nest. Die Brutplätze sind auf eisfreien Gebieten, die wahrscheinlich nicht nach der Landtopographie, sondern nach den unterseeischen Geländeformen (sprich in Flachwasserbereichen) ausgewählt worden sind. Meist sind die Kolonien schon seit vielen Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten an derselben Stelle. Die Kolonien sind meist in Ufergebieten, können aber bis zu 2 Kilometer im Landesinneren sein und bestehen durchschnittlich aus mehreren tausend Brutpaaren. Meist sind die Brutgebiete etwas erhöht, um vor Schneeschmelzen sicher zu sein und gegen Norden gerichtet, wegen der Sonneneinstrahlung.

Eselspinguine bauen, wie alle Pygoscelis-Arten, Steinnester, die bis zu 25 cm Durchmesser aufweisen können. Die Männchen fangen meist mit dem Bau an, bis das Weibchen hinzukommt und mit der Balz, bzw. mit dem Begrüssungsritual begonnen wird. Dazu streckt sich das Männchen in die Höhe und gibt eine Reihe von Lauten ab, die von den ersten Forschern wie das Geschrei eines Esels beschrieben wurde. Diese Laute sind das Signal an das Weibchen, den Nistplatz zu begutachten. Trifft es ihren Geschmack, erwidert sie die Laute und sie verbeugen sich voreinander. Danach übernimmt das Weibchen den Nestbau während das Männchen das Material heranschafft. Dabei kommt es häufig vor, dass die Pinguine untereinander das Nistmaterial stehlen, wenn Steinchen und anderes rar ist. Wenn die Paarung erfolgt ist, legt das Weibchen 5 Tage später innerhalb weniger Tage 2 Eier, die dann von beiden Eltern abwechslungsweise die nächsten 34 – 36 Tage bebrütet werden. Die Küken schlüpfen meist am gleichen Tag und sind grau-weiss mit einem dunklen Kopf. Die ersten 28 Tage wechseln sich die Eltern mit der Fütterung ab, danach müssen beide auf die Jagd, während die Jungen sich in lockeren Kindergärten zusammenfinden. Wenn eines der Elternteile zurückkommt, ruft das Junge nach Futter und bedrängt den Elternteil mit Schnabelwetzen am Unterkiefer. Ist das zweite Junge auch da, kann es sein, dass der Elternteil wegrennt, verfolgt von den Jungen. Dies kann einige Minuten dauern, bis es schliesslich zur Fütterung kommt. Meist dauern die Futtersuchen nicht sehr lange, da die Eltern in der Nähe der Kolonien jagen und somit die Jungen regelmässig füttern können. Nördlich der Konvergenz müssen die Eltern grössere Strecken zurücklegen und auch das Futter ist nicht so reichlich wie im Süden mit dem Krill. Daher wachsen die Küken dort weniger schnell und auch die Sterblichkeit ist dort höher. Meist überlebt nur eines der Küken, während im Süden häufig entweder beide überleben oder keines. Die Überlebensrate beträgt im Allgemeinen im ersten Jahr zwischen 30 – 50 Prozent.

Die Jungen werden zwischen 75 und 105 Tagen von den Eltern gefüttert, je nach geografischer Verbreitung. Danach haben sie genügend Energie für den ersten Federwechsel und das Daunengefieder wird durch das Jugendgefieder ersetzt (etwa im Januar). Ist dieser Wechsel erfolgt, können die Jugendlichen ins Wasser und ihre ersten Jagderfahrungen machen. Die nächsten 2 – 3 Jahre müssen sie nun fressen, um in das fortpflanzungsfähige Alter zu kommen und den Zyklus zu schliessen.

Entwicklungsstadien von Eselspinguinen
1b: Juveniler Pinguin, 1c: Erwachsener, 1d: Küken

2012 by Michael Wenger