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Felsenpinguine haben ihr Verbreitungsgebiet am nördlichen Rand der Konvergenzlinie, wo sie auf den Inseln brüten. Bis vor 5 Jahren ging man von einer Art aus, die in 3 Unterarten aufgeteilt war. Genetische Studien zwischen den 3 Arten und nahen Verwandten zeigten jedoch einen grosse Differenz zwischen dem nördlichen Felsenpinguin (Eudyptes moseleyi), der auf Tristan da Cunha und auf Gough Island im Atlantik und auf Amsterdam und St. Pauls im Indischen Ozean vorkommt und dem südlichen Felsenpinguin (Eudyptes chrysocome), der auf den subantarktischen Inseln entlang der Konvergenzlinie zu finden ist. Diese Art wird nochmals in 2 Unterarten (westlicher und östlicher Felsenpinguin), die ähnlich aussehen, aber wohl geografisch getrennt sind, aufgeteilt. Die ersteren leben auf den Falkland Inseln, um Tierra del Fuego und dem Kap der Guten Hoffnung, während die letzteren auf Inseln im Bereich des südlichen Indischen Ozeans bis Neuseeland vorkommen. Die beiden Hauptarten werden durch die Subtropische Front, wo die warmen Gewässer des Nordens und die kühleren Wasser des Südatlantiks und des Indopazifiks aufeinandertreffen, getrennt.

Verbreitungskarte der Felsenpinguine
Quadrate: Westlicher Felsenpinguin, Kreise: Nördlicher Felsenpinguin, Dreiecke: Östlicher Felsenpinguin
(aus: Demongin et al (2010) Polar Biol 33 469-476)

Alle Arten von Felsenpinguinen sind Gruppentiere, die ihre Kolonien in schwer zugänglichen, exponierten Stellen haben, meist zusammen mit Albatrossen oder Kormoranen. Diese Stellen können sie mit ihrer speziellen Hüpfart, nämlich beidbeinig den Hang hinauf oder hinab, leicht erreichen. Diese Eigenschaft teilen sie mit den anderen Vertretern ihrer Gattung. Ausserdem bevorzugen Felsenpinguine felsige Küstenbereiche, um an Land zu gehen. Dazu springen sie mit Hilfe der Wellen auf die Felsen, ähnlich wie Adélies, und versuchen, mit den Beinen voran zu landen. Dies gelingt jedoch nicht immer und die Tiere klatschen auf die Felsen, ohne sich jedoch zu verletzen. Überhaupt sind Felsenpinguine sehr zäh und auch langlebig für ihre Körpergrösse. Sie können in freier Natur etwa 10 Jahre alt werden, in Zoos jedoch wesentlich älter. Der Rekord liegt bei knapp 30 Jahren für ein Tier im Aquarium in Bergen, Norwegen.

Trotz ihrer sozialen Art, in Gruppen zu leben, sind Felsenpinguine sehr aggressiv und verteidigen ihr Territorium, welches sich auf ihr Nest beschränkt, mit Schnabelhacken und manchmal sogar mit Bissen in den Nacken eines anderen Pinguins. Hin und wieder kann beobachtet werden, dass sie sich sogar ihre Nachbarn, wie beispielsweise Albatrosse oder Kormorane, attackieren. Auch lautes Schreien und Rufen, gepaart mit Flügel spreizen, sollen Eindruck verschaffen.

Wie alle Pinguine besitzen auch Felsenpinguine ein breites Spektrum an Lautäusserungen für unterschiedliches Verhalten. Die Rufe sind meist sehr laut und werden sowohl von den Männchen wie auch den Weibchen geäussert, sei es für Warnungen, Begrüssungen, Grenzziehungen oder Erkennungen. Daneben nutzen die Tiere auch ihre gelben Kopffedern, die durch heftiges Schütteln eine Art Bogen beschrieben und zur Kommunikation mit Artgenossen dient. Auch das Aufstellen der schwarzen Kopffedern dient den Tieren, ihren Erregungszustand mitzuteilen.

Felsenpinguine verbringen viel Zeit im Wasser, da sie praktisch täglich jagen. Sie ernähren sich praktisch ausschliesslich von kleinen Krebsen und Krill, hin und wieder von kleinen Tintenfischen. Ausserhalb der Brutsaison, nach der Mauser, ziehen die Tiere in die offenen Schelfgebiete und bleiben dort bis zu 5 Monate lang, bevor sie wieder zurück zu ihren Kolonien ziehen. Man nimmt an, dass sie in dieser Zeit nicht an Land gehen, sondern die gesamte Zeit im Wasser verbringen. Schon vor der Mauser, wenn die Jungen die Kolonie verlassen haben, verbringen die Erwachsenen rund 5 Wochen auf dem Meer, um genügend Energiereserven für die Mauser zu sammeln.

Die Gesamtpopulation von südlichen Felsenpinguinen wird auf rund 1.2 Millionen Brutpaare geschätzt, wobei 2/3 auf den westlichen Felsenpinguin und 1/3 auf den östlichen Felsenpinguin entfallen. Den nördlichen Felsenpinguin schätzt man auf etwa 265‘000 Brutpaare. Die Populationen bei beiden Arten sind in den letzten Jahrzehnten stark dezimiert worden, beispielsweise auf den Falklands um 2 Millionen Brutpaare zwischen 1932 und 1986 oder um weitere 2 Millionen Brutpaare auf Gough Island zwischen 1955 und 2006. Gesicherte Zahlen zeigen, dass der globale Bestand in den letzten 37 Jahren um über 1/3 reduziert wurde. Daher werden sie auf der Roten Liste der Gefährdeten Arten als „gefährdet“ geführt und als Hauptgründe werden Meeresverschmutzung, Nahrungsänderungen durch Klimawandel und Überfischung angeführt.

2012 by Michael Wenger