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Goldschopfpinguine sind die häufigste Pinguinart weltweit mit einer gesamten Population von ca. 18 Millionen Tieren. Diese verteilen sich auf 216 bekannte Kolonien auf den subantarktischen Inseln sowohl im Atlantik wie auch im Indopazifik. Ihre Kolonien sind meist an Hängen, die teilweise schwer zugänglich und ein gutes Stück weit weg vom Wasser. Normalerweise bleiben sie im Bereich der subantarktischen Inseln und nördlich der Packeisgrenze im Winter. Aber es gibt mehrere kleine Kolonien im Bereich der antarktischen Halbinsel, vor allem auf den Südshetlands. Damit sind sie die südlichste Schopfpinguinart. Ausserhalb der Brutsaison gibt es keine Hinweise, dass die Tiere an Land gehen. Studien haben herausgefunden, dass zumindest Tiere von den Kerguelen-Inseln im Winter bis zu 10‘000 Kilometer zurückgelegt haben, bevor sie im Frühling wieder an Land gegangen sind.

Sie sind auch diejenige Seevogelart, die am meisten Beute im Südpolarmeer verzehren, nämlich rund 9 Millionen Tonnen Krill pro Jahr. Dies bedeutet, dass jeder Vogel durchschnittlich 1.2 Kilogramm Krill pro Tag frisst. Krill ist auch die Hauptnahrung, wobei die Vögel auch andere Krebse, Fische und Tintenfische jagen, je nach Jahreszeit. Goldschopfpinguine sind aber auch extremen Hungerzeiten ausgesetzt, vor allem während der Brutzeit. Das Männchen fastet dort zuerst für 35 – 40 Tage, bevor es für 10 Tage aufs Meer zur Jagd geht, während das Weibchen die Eier bebrütet. Danach geht das Weibchen zur Jagd und das Männchen bleibt weitere 36 Tage auf den Eiern ohne Nahrung.

Sie sind ausgezeichnete Taucher, die bis zu 120 Meter tief tauchen und 2 – 3 Minuten unten bleiben können. Dies ist jedoch nur selten der Fall, da sie ein V-förmiges Tauchmuster zeigen, d.h. sie tauch tief ab und kommen nach Erreichen der maximalen Tiefe gleich wieder hoch.. Meist bleiben sie im oberen Bereich (<20 Meter) und tauchen nur für etwa 45 Sekunden, wenn sie nach Krill fischen. Während der Brutsaison bleiben sie durchschnittlich 23 Stunden auf Nahrungssuche, wobei die Spannbreite von wenigen Stunden bis zu 2 Tage dauern kann. Dabei sind Nachttauchgänge keine Seltenheit, auch wenn sie dabei von Orcas oder (in Landnähe) vor Seeleoparden in Acht nehmen müssen. An Land sind Goldschopfpinguine nur vor Raubmöwen oder Riesensturmvögel nicht sicher. Über ihre maximale Lebensdauer ist nichts bekannt.

Ein interessantes Merkmal in der Biologie der Goldschopfpinguine ist, dass sie sich bei der Fortpflanzung nicht unbedingt nur mit Artgenossen zu paaren versuchen, sondern auch mit anderen Arten, beispielsweise mit Felsenpinguinen, Zügel- oder Adéliepinguinen. Jedoch ist nur mit den Felsenpinguinen Nachwuchs möglich, der sogar wiederum fortpflanzungsfähig ist. Es sind mehrere Hybridformen mit Felsenpinguinen bekannt.

Obwohl die globale Population von Goldschopfpinguinen rund 18 Millionen Tiere umfasst, gelten sie gemäss der Liste der bedrohten Arten als „gefährdet“, da die Gesamtzahl in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen hat, etwa 30 Prozent in den letzten 30 Jahren.

2012 by Michael Wenger