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Das Hauptverbreitungsgebiet von Königspinguinen sind die subantarktischen Inseln südlich der Konvergenzlinie. Es gibt jedoch auch eine kleinere Anzahl an Königspinguinen auf den Falklands und mittlerweile an der Südspitze von Südamerika. Man unterscheidet aufgrund genetischer Differenzen 2 Unterarten von Königspinguinen, Aptenodytes patagonicus patagonicus im Bereich der westlichen subantarktischen Inseln (Südgeorgien, Südsandwich, Falklands) und Aptenodytes patagonicus halli im südlichen Teil des Indischen Ozeans (Crozet, Prince Edward, Kerguelen) und des Pazifiks (Macquarie, Heard). Äusserlich sind die beiden Unterarten jedoch nicht zu unterscheiden, auch im Verhalten sind sich beide ähnlich.

Königspinguine jagen vor allem Fische und Tintenfische, während Krill nur einen kleinen Teil ihrer Nahrung ausmacht. Um ihre Nahrung aufzuspüren und zu jagen, legen Königspinguine durchschnittlich 28 Kilometer zurück, bevor sie mit der Jagd beginnen. Ihr Tauchverhalten ähnelt etwas ihren Verwandten, den Kaiserpinguinen. Wie diese, können auch Königspinguine lange und tief tauchen um ihrer Beute nachzujagen. Der gemessene Tiefenrekord liegt bei 343 Meter und die längste Tauchzeit bei 9 Minuten 12 Sekunden. In den meisten Fällen jedoch tauchen sie nur 50 – 150 Meter und bleiben im Durchschnitt etwa 5 Minuten unter Wasser. Ihr Tauchmuster sieht dabei U-förmig aus, was bedeutet, dass sie mindestens 50 Prozent der Zeit auf ihrer ertauchten Tiefe bleiben, bevor sie wieder an die Oberfläche kommen. Die Geschwindigkeit, die sie dabei erreichen, liegt bei rund 7 km/h, während sie an der Oberfläche mit etwa 12 km/h wandern. Sie verbringen sehr viel Zeit im offenen Meer für die Jagd (etwa 14 – 16 Tage während der Brutsaison) wobei sie bis zu 20 Kilogramm Nahrung fressen können und rund 130 – 150 Tauchgänge/Tag durchführen.

An Land können Königspinguine aufgrund ihres Körperbaus sehr gut gehen, jedoch scheinen sie nicht sehr gerne zu klettern. Ihre Kolonien, die meist aus mehreren zehn- bis zu 100‘000 Brutpaaren bestehen, liegen in flachen, strandnahen Gebieten, meist etwas hinter dem Strand um vor Stürmen und hohen Wellen geschützt sein. Aufgrund der Grösse der Kolonien sind aber lange Fussmärsche keine Seltenheit. Da nur im Winter etwas Schnee liegt, wenn überhaupt, gleiten Königspinguine nur selten auf ihren Bäuchen zu ihren Brutplätzen, nicht wie Kaiserpinguine.

Königspinguinkolonie bei Salisbury Plain, Südgeorgien
© by Michael Wenger 2012

Nicht nur in Kolonien, sondern auch auf der Jagd sind Königspinguine in Gruppen unterwegs. Dies ist wohl ein Schutz vor Räubern wie Orcas und Seeleoparden. Die Kolonien selbst bieten den Tieren durch ihre Grösse Schutz, aber Königspinguine sind relativ aggressiv, wenn andere Pinguine ihnen zu Nahe geraten. Dann werden mit lautem Rufen dem Eindringling die Grenzen aufgezeigt. Sollte dies nicht reichen, wird mit dem Schnabel dem Ganzen Nachdruck verliehen. Auch wenn Raubmöwen oder Riesensturmvögel über die Köpfe der Pinguine fliegen, gehen sofort die langen Schnäbel hoch und wehren die Raubvögel ab. Dies geschieht aber ganz individuell, nicht in einer koordinierten Verteidigung.

Königspinguine sind sehr kommunikative Vögel und verfügen über ein grosses Repertoire an verschiedenen Lauten und Rufen, ähnlich wie Kaiserpinguine. Paare und auch Küken erkennen sich an den individuellen Rufen, die aus mehr-frequenten Tönen bestehen. Dabei ist es vor allem der tieffrequente Ton, der eine grössere Reichweite hat und auch durch die Körper der anderen Pinguine hindurch geht. Damit können sich auch in den grossen Kolonien, wo keine speziellen Landmarken oder andere Orientierungshilfen sichtbar sind, die Partner wieder finden. Königspinguine strecken sich durchwegs in die Höhe, um ihre Laute auszustossen, egal ob es sich um Kontaktrufe oder Paarungsrituale handelt. Die Küken und Jungvögel hingegen, geben normalerweise pfeifähnliche Töne von sich, um von den Elterntieren gehört zu werden.

Königspinguine sind auch Augentiere, die stark auf visuelle Reize reagieren. Dies ist besonders ersichtlich bei Touristen, die mit roten oder gelben Jacken bei den Kolonien stehen und hin und wieder für einen grossen Königspinguin gehalten werden. Die Kehl-, Kopf- und Schnabelfarbflecken sind für die Tiere als Erkennungsmerkmal äusserst wichtig. Dabei spielt die Fähigkeit, ultraviolettes Licht sehen zu können, wohl eine ganz wichtige Rolle. Es ist jedoch bis anhin nicht genaueres dazu bekannt. Auch unter der Wasseroberfläche spüren Königspinguine ihre Beute mit Hilfe der grossen Augen auf. Meist jagen sie in den grösseren Tiefen bei Tag, während sie nachts nur bis etwa 30 Meter tief tauchen.

2012 by Michael Wenger