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Königspinguine, die nahe mit den Kaiserpinguinen verwandt sind, sind die zweitgrösste Pinguinart mit einer durchschnittlichen Grösse von 95 Zentimeter und einem Gewicht von 11 – 16 Kilogramm. Anders als ihre Verwandten meiden sie das Treib- und das Packeis und bevorzugen die subantarktischen Inseln. Dies hat zu einer Reihe von Anpassungen sowohl in ihrem Körperbau wie auch in ihrem Verhalten geführt.

Königspinguine haben einen schwarzen Kopf, der von einem gelb-orangen Farbflecken gefolgt wird, der sich als Linie bis zur Kehle zieht und schwarz umrahmt wird. Darauf folgt der graue Kehlbereich, der aber im Bereich der Brust nicht zusammenkommt, sondern dort von einem orangen Kehlfleck unterbrochen wird. Während auf dem Rücken der helle Genickbereich in ein dunkelgrau-blaues Gefieder übergeht, wird der Kehlfleck vorne immer gelber, bis er in den weissen Bauchbereich übergeht. Der Kehlfleck und vor allem der orange-gelbe Seitenfleck am Kopf dienen den Tieren wahrscheinlich als individuelles Erkennungsmerkmal, gerade auch Unterwasser. Die Unterseiten der Flügel sind hell, der obere Bereich dunkelgrau gefärbt. Entlang des ganzen Körpers zieht sich eine dunkle Trennlinie, die den weissen vom dunklen Bereich abtrennt.

Der Schnabel, der anders als beim Kaiserpinguin, lang, schmal und leicht bananenförmig ist, besitzt am Unterschnabel einen rötlich-orangen Farbfleck, der, ähnlich wie auch der Kehlfleck, die Tiere wahrscheinlich individuell erkennbar macht im UV-Bereich. Diese These wird jedoch noch diskutiert. Die Schnabelform ist eine Anpassung an die Nahrung, die bei Königspinguinen vor allem aus Fisch und Tintenfisch und auch aus Krill besteht.

Königspinguine sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher und ihre Flügel sind lang und schlank so dass sie im Wasser rund 12 km/h erreichen. Auch die physiologischen Anpassungen an ihre Tauchleistung sind bemerkenswert, da sie, ähnlich wie ihre Verwandte, lange und extensiv tauchen können. Sie können ihre Lungen kollabieren beim ausatmen, nachdem sie genügend Sauerstoff in ihren Muskeln gespeichert haben, so dass sie leichter abtauchen können. Ansonsten würden ihre Lungen zum einen wie Auftriebskörper wirken und ein energiesparendes Tauchen verhindern, zum anderen würden sie sich beim Auftauchen zu stark ausdehnen und eventuell durch den Druckunterschied reissen.

Ihre Beine sind etwas länger in Relation zur Körpergrösse als bei Kaiserpinguinen, da sie sich selten auf dem Bauch gleitend fortbewegen an Land (weil vor allem der Schnee und das Eis fehlen). Auch der Körperschwerpunkt ist etwas weiter vorne, so dass die Tiere an Land leichter aufrecht gehen können. Die Fussknöchel sind diesbezüglich auch etwas stämmiger als bei anderen Pinguinen und die Füsse sind dunkel und ledrig, damit die Tiere während der Brutsaison, wenn sie das Ei in ihrer Brutfalte ausbrüten, weniger Körperwärme über die Füsse verlieren.

Königspinguine auf Südgeorgien
© by Michael Wenger 2012

Insgesamt sind die Tiere zwar sehr gut isoliert und ihr Gefieder ist sehr dicht (11 Federn/cm2) und besteht aus der äusseren Schicht mit den längeren Federn, die auch geölt werden müssen, um wasserdicht zu bleiben und einer dreilagigen Daunenschicht, welche die Tiere dann durch Lufteinschluss isolieren. Auch das Wärmeaustauschsystem, welches das Blut aus den Füssen wieder aufwärmt, ist sehr gut ausgeprägt und beinahe so leistungsfähig wie bei Kaiserpinguinen. Trotzdem müssen die Tiere eine dickere Fettschicht, die mehrere Zentimeter dick ist, aufbauen, um die langen Fastenzeiten während der Brutsaison und der Mauser zu überdauern. Denn Königspinguine besitzen die zweitlängste Fastenzeit, nämlich 52 – 55 Tage während der Brutsaison. Jedoch verlieren sie das meiste Gewicht (250 Gramm/Tag) während der Mauser, die rund 25 Tage dauert. Wichtig ist dabei, dass die Tiere nicht unter ein kritisches Mass fallen, welches bei etwa 10 Kilogramm liegt. Fallen sie darunter während der Brutsaison, kommt es zum Verlassen des Eies oder des Kükens, was den tod des Junge bedeutet. Während der Mauser würde dieses Unterschreiten den Tod des Erwachsenen bedeuten, da das Tier ja noch nicht ins Wasser zur Jagd gehen kann.

Die Augen von Königspinguinen sind braun und gross, eine Anpassung an ihre Jagdstrategie und Beute, in erster Linie Fische aus der Gruppe der Laternenfische. Neben dem Farbsehen, sind ihre Augen, bzw. die Netzhaut (Retina) auch UV-sensitiv und können Licht im UV-Bereich wahrnehmen. Dies ist besonders bei der Kommunikation wichtig, sie dies zur Erkennung der Individuen dienen könnte.

Kopfbereich eines Königspinguin
Nahaufnahme der Federn am Hinterkopf
© by Michael Wenger 2012

Königspinguine sind neben den Kaiserpinguinen die einzige Pinguinart, die zur Lautäusserung das Zwei-Stimmen-System der Syrinx (Stimmkopf) besitzt. Dies erweitert das Repertoire der Kommunikation und erlaubt den Tieren, auch im Getöse und Lärm einer 100‘000-Individuen grossen Kolonie, den Partner und/oder das Küken zu finden. Wie bereits beim Kaiserpinguin beschrieben, besteht die Syrinx aus mehreren Membranen, die an der Gabelung zu den Bronchien (Lungen) sitzen und die durch Luftbewegung in Schwingung gebracht werden können.

Wie bei Kaiserpinguinen bauen auch Königspinguine kein Nest, sondern brüten das Ei in ihrer Brutfalte über ihren Füssen aus. Das führt dazu, dass das Ei sehr gross und schwer sein konnte. Auch die Form, nämlich birnenförmig, ist eine Anpassung an diese Brutvariante, so dass das Ei nicht so leicht von den Füssen rollen kann. Königspinguine zupfen im Bereich der brutfalte häufig vorher ihre Federn aus, damit das Ei direkt von der Wärme der Haut profitieren kann und nicht eine zu dicke Isolationsschicht ein Bebrüten verhindern würde.

2012 by Michael Wenger