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Zügelpinguine sind ab November an ihren letztjährigen Nestern in ihren angestammten Kolonien zu finden. Sie brüten häufig in der Nähe von Adélie- oder Eselspinguinkolonien. Zuerst kommen die Männchen, um ihre Nester wieder instand zu setzen, ähnlich wie es Adélies machen. Die Nester bestehen aus Steinchen, die mühsam zusammengesucht, bzw. manchmal auch gestohlen werden und sind verhältnismässig gross und hoch.

Nach einigen Tagen folgen die Weibchen und die Männchen rufen nach den letztjährigen Partnerinnen. Die Tiere sind monogam, zumindest so lange, bis die Partnerin zu spät kommt, sprich einige Tage verspätet ist. Dann sucht sich das Männchen eine neue Partnerin. Die Balz bzw. die Begrüssung und die Re-etablierung der alten Beziehung werden durch Flügelschlagen und laute Rufe gefestigt und bestätigt. Danach beginnt das Paar mit dem Fertigstellen des Nestes und der Paarung. Anfang Dezember legt dann das Weibchen im Abstand von 3-4 Tagen zwei Eier, wobei bei Verlust eines Eies innerhalb der ersten 5 Tage noch ein drittes Ei gelegt werden kann. Das Paar wechselt sich alle 4 – 6 Tage mit dem Brüten ab, während der Partner auf dem Meer auf Jagd geht. Es wurde auch beobachtet, dass der rückkehrende Partner denjenigen auf dem Nest füttert. Die Brutzeit dauert 33 – 36 Tage und am Ende schlüpfen beide Küken. Deren Gefieder ist zuerst ein graues Daunengefieder.

Entwicklungsstadien des Zügelpinguins
2a: Adultes Tier, 2b: Juvenilform, 2c: Küken(geschlüpft), 2d: Küken (Krippe)

In den ersten 28 – 30 Tagen bleibt immer ein Elternteil bei den Küken und es wird praktisch täglich abgewechselt mit der Futtersuche. In dieser Zeit entfernen sich die Eltern nicht zu weit von der Kolonie, wenn die Umstände es erlauben, meist weniger als 40 Kilometer. In dieser Zeit verlieren die Tiere einiges an Gewicht, welches sie erst am Ende der Brutsaison, vor der Mauser, wieder zulegen können. In dieser Zeit zeigt sich auch, ob die Eltern beide Küken durchbringen können oder nur eines, je nach Futterverfügbarkeit. Meist bevorzugen sie beim Füttern das Erstgeschlüpfte, da es etwas grösser und stärker ist.

Wenn die Jungen etwa 1 Monat alt sind, wird aus ihrem Babykleid ihr Kinderdaunengefieder mit grau-braunem Rücken und weissem Bauch und ihre Daunen sind dicht genug und sie selbst gross genug, um sich in Kindergärten oder Krippen zusammenzuschliessen. Diese werden meist von ein paar Erwachsenen beschützt, die nicht notwendigerweise Eltern eines der Küken sein müssen. Die Eltern selbst sind dann mit der Futtersuche beschäftigt und müssen länger und länger wegbleiben, um genügend Nahrung für das Junge herbeizuschaffen. Kommt ein Elternteil zur Krippe zurück, erkennt das Junge die Stimme und kommt angerannt. Wenn es zu diesem Zeitpunkt noch ein zweites Küken hat, veranstaltet der Elternteil ein Rennen, um das Stärkere zuerst zu füttern, das andere erhält, was übriggeblieben ist.

Nach weiteren 6 – 8 Wochen wechseln die Jungen ihr Daunengefieder zum juvenilen, wasserdichten Federkleid und gehen danach ins offene Meer nach Norden, um dort zu jagen. Die Eltern gehen noch einmal für 1 – 2 Wochen auf Nahrungssuche, um sich genügend Fettreserven für die Mauser anzufressen, kehren entweder zur Kolonie zurück oder gehen auf grosse Eisberge und –schollen, um sich die nächsten 13 Tage zu mausern. Dies ist die kürzeste Mauserzeit aller Pinguinarten und ist wohl eine Anpassung an die verspätete Brutsaison.

Küken mit adultem Zügelpinguin
© by Michael Wenger 2012

2012 by Michael Wenger